Stand der Technik

Tatsächlich halten viele noch das Hamburger Verständlichkeitsmodell für DIE Grundlage für verständliche Technische Dokumentation.
Ich denke, wir sind heute viel weiter!

Sicher ist die verständliche Sprache eine Grundvoraussetzung.
Die große Erkenntnis ist m.E. aber die Einsicht, dass unsere Texte eine bestimmte Absicht verfolgen und für die Absicht optimiert werden können.
Einfaches Beispiel:

  • Ich möchte jemand anleiten etwas zu tun.
  • Meine Absicht: Der Benutzer soll die Handlung genau so ausführen können.
  • Wenn es eine konkrete Handlung ist (z.B. etwas zusammen bauen), hat sich die Schritt für Schritt Anleitung bewährt.
  • Ich fordere Schritt für Schritt zur Handlung auf.
  • Der Benutzer kann Schritt für Schritt so handeln.

Diese zielgerichtete Optimierung führt (verallgemeinert) zu einer Strukturvorgabe:
Absicht -> Struktur
z.B. er soll handeln -> Schritt-für-Schritt-Anleitung
So weit, so gut.

Diese Struktur läßt sich dann noch weiter optimieren, denn
1. kann man die Schritte optimieren (Formulierung, Bild …)
2. kann man durch weitere Elemente die Struktur noch allgemeintauglicher machen.
So entsteht dann z.B. die Juhl’sche Handlungsanweisung, die eine hierfür optimierte Struktur vorgibt.

Für alle, die die Juhl’sche Handlungsanweisung nicht kennen:

  • Überschrift (aus Benutzersicht mit Verb)
  • Ziel der Handlung (als advance Organizer)
  • Schritt für Schritt (als aktive Anleitung formuliert)
  • Ergebnis der Handlung
  • ggf. Ausblick (z.B. was mit dem Ergebnis später gemacht werden kann)

Auf diese Weise lassen sich etliche Absichten mit einer Strukturvorgabe lösen und optimieren.
Wenn dann noch das Hamburger Verständlichkeitsmodell und viele andere Verständlichkeitsmacher zum Einsatz kommen, ist das sicher gut.
Die gute Grundlage ist aber das zielorientierte strukturierte Schreiben.

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