Ruf doch mal an … mit Video?

In Zeiten des sozialen Abstands könnten wir doch mal wieder telefonieren … oder noch besser videotelefonieren. Einfach zum Hörer greifen und den anderen anrufen. Doch was schon 150 Jahre einfach möglich ist und heute mit Smartphone noch einfacher und direkter, geht mit Videoanrufen nicht. Natürlich kenne ich Skype und Whatsapp! Aber ich vermisse die Einfachheit mit der ich auch ältere Menschen anrufen kann und die Einfachheit für die älteren Menschen.

Bisher muss ich mich mit dem anderen erst auf ein Programm einigen, z.B. Skype, ihm wahrscheinlich noch bei der Installation helfen und wahrscheinlich vorher noch analog anrufen und zum skypen verabreden.
Das habe ich auch jahrelang mit meiner Mutter gemacht, etwas umständlich aber es ging – meistens. Leider hat Skype immer wieder die Bedienoberfläche geändert, so dass meine Mutter dann nicht mehr klar kam und jemand vor Ort helfen musste.
Ich benutze Skype deswegen nicht mehr.

Ein Fortschritt heißt sicher Whatsapp, mit dem man zumindest mit jedem Whatsapper videotelefonieren kann, auch weitgehend problemlos, ohne vorherige Verabredung. Aber eben nur mit Whatsappern.
Auch die Bedienoberfläche scheint mir nicht ganz unproblematisch für ältere Menschen, angerufen werden geht, aber selber jemand anrufen ist m.E. nicht so einfach.

Warum gibt es keinen Standard? Ein Videotelefon, mit dem ich jeden anrufen kann und das so einfach zu bedienen ist, wie das alte Analoge. Ein Videotelefon, dass ich an meinem PC, meinem Smartphone oder sogar an meinem TV benutzen kann? Ein Videotelefon, dass auch ältere Menschen problemlos bedienen können, das nicht nach jedem Update neu erklärt werden muss.

Was haben wir als Gesellschaft falsch gemacht, dass so einfache Dinge, wie videotelefonieren, nur so umständlich gehen? Was können wir besser machen? Wer kann das besser machen?

Ich nutze jetzt Whatsapp und freue mich auf Ihren Videoanruf 😉

Mit besten Wünschen für mehr Fortschritt

Dietrich Juhl

Etwas mehr Selbstbewusstsein bitte

Wenn TD-Kollegen unser Metier als „notwendiges Übel“ darstellen oder den Zweck von Technischer Dokumentation auf die „Abwendung juristischer Ansprüche“ reduzieren, geht das m.E. völlig an der Sache vorbei und verkennt, was wir heute leisten und vielleicht noch mehr leisten können.

Gute TD ist die zentrale Festschreibung des aktuellen Entwicklungsstandes und das Zur-Verfügung-stellen der Informationen für alle Beteiligten in allen Produktlebensphasen. Gut gemacht erspart TD viele Stunden der Verwirrungen, Rückfragen,  Mehr lesen

Werden Anleitungen gelesen?

Für viele Menschen ist es nach wie vor wichtig, dass ihre Arbeit sinnvoll ist und von anderen wertgeschätzt wird. Als Technische Redakteure sind wir diesbezüglich wechselgebadet:

  • Auf der einen Seite hat unsere Arbeit einen hohen Stellenwert, weil Benutzer häufig die Technik ohne Information nicht nutzen können.
  • Auf der anderen Seite bekommen wir häufig gesagt, die TD sei nur juristisch notwendig, um sich vor Rechtsansprüchen zu schützen
  • und viele behaupten glattweg, Anleitungen überhaupt nicht zu lesen.

Doch was stimmt? Werden Anleitungen wirklich nicht gelesen, Mehr lesen

Stand der Technik

Tatsächlich halten viele noch das Hamburger Verständlichkeitsmodell für DIE Grundlage für verständliche Technische Dokumentation.
Ich denke, wir sind heute viel weiter!

Sicher ist die verständliche Sprache eine Grundvoraussetzung.
Die große Erkenntnis ist m.E. aber die Einsicht, dass unsere Texte eine bestimmte Absicht verfolgen und für die Absicht optimiert werden können.
Einfaches Beispiel:

  • Ich möchte jemand anleiten etwas zu tun.
  • Meine Absicht: Der Benutzer soll die Handlung genau so ausführen können.
  • Wenn es eine konkrete Handlung ist (z.B. etwas zusammen bauen), hat sich die Schritt für Schritt Anleitung bewährt.
  • Ich fordere Schritt für Schritt zur Handlung auf.
  • Der Benutzer kann Schritt für Schritt so handeln.

Diese zielgerichtete Optimierung führt (verallgemeinert) zu einer Strukturvorgabe: Mehr lesen