Die Juhl’sche Handlungsanweisung

Die wesentliche Aufgabe von Bedienungsanleitungen ist es, Anwender zu befähigen bestimmte Handlungen auszuführen (z.B. in Betrieb nehmen, Batterie einlegen, Sendersuchlauf durchführen). Das erfolgt heute meistens in Form einer Schritt-für-Schritt-Anleitung mit aktiv formulierten Anweisungen.

Solche „Handlungsanweisungen“, wie ich sie nenne, kann man wie folgt strukturieren und optimieren:

  • Überschrift (aus Sicht des Benutzers)
    Der Benutzer soll an der Überschrift schon erkennen, dass hier eine Handlung vermittelt wird, und worum es bei der Handlung geht. Meist enthält die Überschrift ein Verb (Batterie einlegen). Nicht so gut sind Funktionsnamen (z.B. Serienbrieffunktion, besser „einen Brief an mehrere Adressaten schicken“).
  • Ziel der Handlung
    Bevor zur Handlung angeleitet wird, sollte der Benutzer das Ziel der Handlung kennen lernen. Das steht zwar meistens schon in der Überschrift, kann aber hier noch einmal ausgebreitet und genauer spezifiziert werden. In vielen Fällen ist dieses Ziel der Handlung die wesentliche und wichtige Information für den Anwender, vor allem wenn es um Funktionen geht, die der Benutzer bisher gar nicht kennt.
    Die Standardformulierung beginnt mit „Sie können …“ (z.B. Sie können Siri sagen, wie Sie angesprochen werden möchten).
  • Überblick über die Handlung
  • Voraussetzungen für die Handlung
  • Ausgangspunkt
    Möglicherweise ist es sinnvoll, einen Startpunkt für die Handlung anzugeben, damit die Anleitung immer gilt (z.B. Sie befinden sich im Hauptmenü | Die Maschine läuft.)
    (diesen Punkt habe ich als Update und Optimierung meiner Struktur in 3/2017 eingefügt)
  • Schritt für Schritt
    • als direkte Anrede („Lösen Sie …)
    • oder im verkürzten Imperativ (Schraube lösen)
    • ggf. mit Zwischenergebnissen (die LED leuchtet)
    • es darf kein Schritt weggelassen werden (siehe anderen Blogbeitrag)
    • Die Formulierung und Darstellung der Schritte läßt sich vielfach optimieren (was ich hier nicht weiter ausführen möchte).
  • Ergebnis der Handlung
    Die Nennung des Handlungsergebnisses ist m.E. in dem meisten Fällen sinnvoll (das wird leider von vielen TRs nicht getan).
    Sie dient als nochmaliger Abschluss der Handlung und noch mal betrachten, was jetzt erreicht ist.
  • Ausblick
    Viele Handlungen ergeben erst einen Sinn durch das was man anschließend machen kann. Das sollte im Ziel der Handlung schon angedeutet sein, muss an dieser Stelle ggf. aber noch einmal deutlich gesagt werden.

Die Handlungsanweisung ist die Brot-und-Butter-Fähigkeit jedes TRs und ist durch die gezeigte Strukturvorgabe universell anwendbar. Ich kann jedem Redakteur nur raten, diese HA so lange und oft zu üben und immer weiter zu optimieren, wie die Kenntnis des kleinen Einmaleins.

Andere Formen zur Anleitung zur Handlung

Die Handlungsanweisung, wie oben beschrieben, ist die konkreteste Form zur Handlung anzuleiten und kann in den meisten Fällen angewandt werden.
Es ist aber nicht die einzige Möglichkeit! In meinem Buch beschreibe ich sieben andere Möglichkeiten zur Handlung anzuleiten (z.B. Regeln, Beschreibung der Bedienelemente, Abbildung des Handlungsergebnisses).

2 Gedanken zu „Die Juhl’sche Handlungsanweisung

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