Stufen für die Digitale Schule

Wahrscheinlich ist klar, dass Schule den Anschluss an die digitale Entwicklung verpasst hat … leider. PCs gibt es seit ca. 30 Jahren und fast jeder von uns musste und konnte langsam, aber mehr und mehr in die besondere Nutzung und die Vorteile hineinwachsen. Auch Lehrer …

Auch Lehrer und Schüler haben eigenständig eine digitale Kompetenz aufgebaut, nur Schule hat das noch nicht organisiert und sinnvoll vereinheitlicht.

Digitale Schule ist mehr als „PCs für alle“ oder die Verteilung von Hausaufgaben per Email. Vor allem vermisse ich digitalen Unterricht und digitale Lehr- und Lernmittel, wie Animationen, Selbstlernprogramme oder Lernspiele.

Angeregt durch den Fünf-Stufen-Plan zum autonomen Fahren (Beispiel) habe ich einen Fünf-Stufen-Plan für die digitale Schule entworfen und stelle den hier zur Diskussion.

Die Tabelle können Sie anklicken, um sie groß zu sehen oder auch als PDF herunterladen: Download
Ich freue mich über jeden Kommentar oder auch gerne eine Email.

Dietrich Juhl dietrich@juhl.de

6 Gedanken zu „Stufen für die Digitale Schule

  • 24.10.2020 um 14:35
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    Hallo Herr juhl, die derzeitige ausnahmesituation legt gnadenlos die Schwächen unseres bildungssystems offen und zeigt dass Deutschland den Anschluss an digitale lernmedien und wissensvermittlung gegenüber skandinavischen Ländern völlig verpasst hat. Es kann einen nur wundern wie es Deutschland als exportland geschafft hat einen derartigen Erfolg zu generieren wo es in Sachen wissensvermittlung immer größere Diskrepanzen auch zwischen sozialen Schichten gibt. Ihre Tabelle würde ich dahingehend korrigieren als für mich die Punkte 4 und 5 nehme ich Lernplattform und digitale wissensvermittlung sich natürlich gegenseitig bedingen das eine kann ohne das andere nicht funktionieren. beides sehe ich in der derzeitigen bildungslandschaft in keiner Weise realisiert. Ich kenne Lehrer die mit Ende 50 sagen dass sie nicht mehr bereit sind sich mit diesen neuen Technologien auseinanderzusetzen. und wenn man sich den altersdurchschnitt unserer Lehrer in Deutschland anschaut dann muss es einem angesichts solcher Aussagen Angst und Bange werden um die bildungs Zukunft unserer Kinder.

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    • 25.10.2020 um 14:08
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      Hallo Markus Frey,
      ich bin nicht dafür, dass uns Angst und Bange wird. Wir sollten anfangen zu handeln. Mein Stufenvorschlag soll einen Weg aufzeigen. Ich denke, dass die Stufe 4 mit Lernplattform ein wichtiger Zwischenschritt ist, den wir bald nach den PCs brauchen, um überhaupt mal anzufangen. Digitale Inhalte und Vermittlung gibt es teilweise ja schon, vieles muss aber noch entwickelt und für Schule passend gemacht werden.

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    • 12.11.2020 um 7:54
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      so – und jetzt – ab Vogel Strauss, Kopf in den Sand… oder was sind die möglichen Ideen und Lösungen… ?
      1. …
      2. ..

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  • 25.10.2020 um 13:11
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    Hallo, Herr Juhl,
    sehr gute Initiative! Aus meiner Sicht wartet da ein spannendes und besonders lohnendes Arbeitsfeld für Technische Redakteure mit Multimedia-Affinität.
    Zu Ihrem 5-Schritte-Plan: dem kann ich nur in geringem Umfang zustimmen.
    PCs sind nicht mehr der Maßstab bei den digitalen Geräten. PowerPoint-Schlachten sind nur die Fortsetzung des Tafelbildes mit anderen Mitteln, und nicht einmal mehr im Berufsalltag sind Folien das Mittel der Wahl, um kollaborativ Themen und Aufgaben zu entwickeln. Was ich überhaupt nicht sehe, ist ein „PC-Raum“ – digital ist heute überall in unserem Leben.
    An dieser Stelle der Entwicklung können Schulen die Entwicklungsschritte überspringen, die in der Business-Welt schon überflüssig geworden sind. Okay, Textverarbeitung und Tabellenkalkulationen sollten als Basis-Fertigkeiten erlernt werden (sollte binnen 1 Halbjahres gelingen), aber das kann auch auf Tablets/Convertibles erfolgen.
    Parallel sollten Schüler (und Lehrer) das Arbeiten mit Mindmaps, interaktiven Inhalten und Apps wie „Explain EDU“ für sich entdecken, mit Touch- und Stift-Funktion.
    Um genügend Übung und Nutzungsgelegenheiten zu haben, brauchen alle die möglichst gleichen Geräte, und Lehrplan-Inhalte müssen zentral (zumindest auf Bundesland-Ebene) bereitgestellt werden. Wie Lehrer heute noch – 35 Jahre, nachdem Personal Computer in alle Haushalte, Büros und vor allem auch Studierstuben eingezogen sind – immer noch zu wenig Kompetenzen haben könnten, ist mir ein Rätsel. Aber was soll’s: dann eben noch mal auf die Schulbank, die Beamten per Dekret, die Angestellten per verpflichtender Qualifizierung-Inititiative. Das Problem, das aber mindestens zeitparallel, besser zuvor gelöst werden muss, ist der Verfall der schulischen Infrastruktur (Gebäude, Inneneinrichtung, Sanitär- und Elektro-Einrichtungen), und der immer weiter eskalierende Mangel an Lehrern insgesamt, und an jüngeren, digital affinen Lehrkräften insbesondere.
    Mein Beitrag zur Digitalisierung der Bildung wird jedenfalls beim Generieren qualitativer, lernfördernder und mediengerechter Inhalte liegen, denn als Weiterbildungsangebot-Junkie leide ich schon lange genug unter oft sehr mäßigen Umsetzungen von Lerninhalten in digitale Fernlern-Versionen – auf jedem Anspruchsniveau und unter jeder Trägerschaft, völlig unabhängig von den genutzten Tools.
    Die Mittel und Schritte sind nicht das Problem, sondern das benötigte Personal – wie überall. Das gilt ja gleichermaßen auch in der TD, im Business schlechthin und auch im privaten Umfeld. Ein Großstadt-Bio-Lehrer, der den 12-jährigen Sohn eines Freundes unterrichtet, hat sich während Corona aufgemacht, eine Ilias-Instanz aufzubauen für seine Schule, und außer ihm hat kein einziger seines 30-köpfigen Kollegiums es für nötig befunden, sich anzuschließen. Wohlgemerkt: Großstadt-Umfeld, mittleres Bildungssegment – also jede Menge Material schon digital vorhanden, und die Schüler sind noch keine „Besserwisser“, vor denen man sich blamieren würde. Jede Initiative wäre sehr willkommen – aber es fehlt an Führung, Anspruch und Kollaboration wenigstens auf Bundesland-Ebene.
    Es macht mich fassungslos, wie dieser Zustand bei uns nach so vielen Jahren immer noch zugelassen wird, während in Ländern mit weitaus schlechterer Infrastruktur und vor allem sehr viel schlechter bezahlter Lehrerschaft große Fortschritte gemacht wurden und werden…

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    • 25.10.2020 um 14:25
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      Hallo gbr,
      Sie haben ja Recht. Ich meine mit „PC“ aber allgemein ein digitales Endgerät, gerne auch Tablet. Und meine mit Powerpoint tatsächlich erst mal eine Fortführung des Tafelunterrichts.
      Leider war der Unterricht während der Schulschließungen vielfach nur die Verteilung von Hausaufgaben mittels Email oder ähnlich. Ein Unterricht hat meistens nicht stattgefunden. Ein Unterricht mit Powerpoint wäre leicht machbar und ein erster Schritt. Und es wäre mehr als nichts.
      Ich wünsche mir, dass wir anfangen. Das muss pragmatisch sein, auch wenn es nur Powerpoint heißt. Deswegen auch mein Schrittevorschlag.
      Dietrich Juhl
      PS Wenn Sie meinen 5 Schritten nur wenig zustimmen können, können wir das gerne intensiver diskutieren. Oder Sie entwerfen mal einen anderen Plan 😉

      Antwort

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