Beziehungsbilder

Jeder Technische Redakteur benutzt Bilder, um die Anleitung verständlicher und interessanter zu machen. Doch was macht das Bild eigentlich beim Benutzer? Welche Funktion haben Bilder und wie kann ich sie noch gezielter und effektiver einsetzen?

Für mein neues Buch* habe ich Bildfunktionen gesammelt, geordnet und systematisiert. Dabei kamen viele bekannte und einige neue Aspekte heraus:

Bilder illustrieren, machen anschaulich und konkretisieren. Kennen wir … könnte man aber noch viel zu sagen.

Neu für mich war, wie sehr Bilder den Bezug zwischen Anleitung und Gerät herstellen. Der Anwender hat zwei Dinge vor sich:

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Visualisieren ist mehr als das Zeigen von Realität

In Anleitungen verwenden wir Bilder vielfach um die Realität zu zeigen oder den Bezug zur Realität herzustellen.
Doch Bilder können viel mehr. Vor allem gewähren sie neue Einblicke, spezielle Sichten und die Visualisierung abstrakter Modelle.
Als Technische Redakteure erdenken wir solche Bilder, stellen sie her und komponieren perfekte Informationen aus Bild und Text.
Ein paar Beispiele:


 

Bilder in Anleitungen zeigen die Realität, veranschaulichen, zeigen Teile (mit Benennung) und Handlungen. (Bildquelle: Brother)


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Neues Buch: Technik visualisieren

in Arbeit, erscheint demnächst

Jeder Technische Redakteur setzt Bilder ein, um die Anleitung attraktiv und verständlich zu machen.
Genauer betrachtet sind die Bildfunktionen sehr viel weitreichender und geben uns die Chance Verstehensprozesse noch gezielter zu unterstützen. Im Buch habe ich sehr viele Aspekte herausgearbeitet, die mir vorher nicht so deutlich waren, z.B.:

  • Das Bild stellt auf einfache Weise den Bezug zwischen Anleitungsseite und Geräteteil her.
  • Ein Bild zeigt nicht nur Realität, sondern visualisiert mentale Modelle oder Betrachtungen (z.B. ein Spannungsverlauf)
  • Das Bild stellt bei einer Text-Bildkombination einen Fixpunkt dar und wird durch die Erklärungen immer mehr durch Bedeutung gefüllt.
  • Ein Bild ist eine gute Kommunikationsgrundlage: Alle akzeptieren das Gezeigte als richtig (oder diskutieren Details) und können durch Zeigen den Fokus auf ein Detail lenken.

Weitere Kapitel beschäftigen sich mit den Inhalten, die wir visualisieren (Aufbau und Funktion, Handlungen, Technische Unterlagen), zeigen die Vielfalt der Darstellungsarten und sehr viele praktische Aspekte:

  • Wie kann ich Bilder beim Schreiben mitdenken?
  • Wie stelle ich einen optimalen Bild-Text-Bezug her?
  • Was muss ich beim Fotografieren beachten?
  • und vieles mehr …

Das Buch ist in Arbeit und soll vor dem Sommer fertig werden.
Wenn Sie das Thema interessiert, Sie Aspekte mit mir vorab diskutieren wollen, Fragen oder gute Beispiele haben,
würde ich mich über eine Kontaktaufnahme freuen.

Dietrich Juhl dietrich@juhl.de

 

Software-Anleitungen – handlungs- oder funktionsorientiert?

Vortrag in Hamburg, am 08. Mai 2018. 18-20 Uhr, tekom RG-Nord
Referent: Dietrich Juhl
Der Vortrag hat stattgefunden und war sehr gut besucht, vielen Dank an alle.

Wer Software-Anleitungen schreibt, kennt die Diskussion:
Können wir Funktionen beschreiben oder braucht der Anwender unbedingt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung?
Entwickler und Programmierer plädieren mehr für Funktionen, während wir in der Technischen Dokumentation gelernt haben, konkret zum Handeln anzuleiten.
Allerdings hat sich in den letzten Jahren viel geändert: Software ist intuitiver geworden und Anwender gehen mit Software heute sehr viel kompetenter um.

Dietrich Juhl stellt beide Beschreibungsmöglichkeiten vor, zeigt neue Wege zum Handeln anzuleiten (teilweise ohne Schritt-für-Schritt!) und demonstriert wie Funktionsbeschreibungen interessant und sinnvoll eingesetzt werden können.

  • Wann ist was besser?
  • Wie geht es richtig?

Ein spannender Vortrag mit viel Systematik für alle die Software-Anleitungen schreiben. Geeignet für Anfänger und alte Hasen.

Volltextsuche in mehreren PDFs

Wußten Sie schon, dass man PDFs so ausstatten kann, dass in mehreren Dateien gesucht wird? Genauer gesagt heißt das „Indizieren“, bei Acrobat heißt die Funktion „Catalog“ (was nicht sehr sprechend ist).
Ich habe bisher wenig Kollegen getroffen, die diese Möglichkeit kennen, meistens noch nicht mal vom Hören-Sagen.
Dabei wäre es gerade für Anleitungen, die über viele PDFs verteilt sind oder viele Zulieferer-PDFs mitliefern, sicher sinnvoll so eine Volltextsuche anzubieten. Dadurch dass der Index eingebettet ist, läuft die Suche auch sehr schnell.
Auch einzelne Dateien kann man indizieren und damit die Volltextsuche verbessern.

  • Sie benötigen Adobe Acrobat
  • die Handhabung ist einfach aber doch ein bisschen „tricky“
  • Leider muss man auch dem Anwender der PDF-Dateien noch eine Anleitung geben, damit er die Volltextsuche über mehrere Dateien nutzen kann.

Wie es geht habe ich in einer Anleitung beschrieben, die Sie sich hier gerne herunterladen können:

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Von der Anleitung zum Handlungsnavi – ein Gedankenspiel

Ein Navi merkt sofort wenn Sie falsch fahren und gibt alsbald neue Instruktionen.
Bei einer Anleitung ist das anders: Die Schritte stehen fix hintereinander, egal wie Sie handeln, der nächste Schritt bleibt statisch.
Wäre es theoretisch möglich, dass die Anleitung die aktuelle Position des Anwenders kennt und den nächsten Schritt entsprechend berechnet?

  • Aber wie soll das gehen?
  • wie kann der Anwender das Ziel  eingeben?
  • wie kann die Anleitung erkennen, wo sich der Anwender jetzt innerhalb der Handlung befindet?
  • was ist der folgerichtige nächste Schritt?
  • lässt sich der berechnen wie beim Navi?

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Mit „Use Cases“ zur optimalen Anleitungen

Wenn ein Anwender eine Anleitung zur Hand nimmt, erwartet er schnelle Hilfe zu genau seiner Frage oder seinem Problem.
Die Betrachtung dieser Use Cases ist der Schlüssel für die Entwicklung effizienter Technischer Dokumentation auf Papier, Online oder als App.

Was sind Use Cases?

Um es noch mal deutlich zu sagen: Ich spreche hier über die Use Cases der Anleitung, also die Situationen, in denen der Anwender Hilfe benötigt. Zunächst auch unabhängig davon, ob er die Anleitung zur Hand nimmt oder nicht.

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Buchempfehlung: Every Page is Page One von Mark Baker

EPPO-Topics

 

Das Web hat unsere Art zu lesen stark verändert. Besonders die stete Verfügbarkeit und per Suche zugängliche Information verleitet uns punktuell nach einer Lösung unseres Problems zu suchen. Auch Leser von Bedienungsanleitungen lesen die Anleitung nicht von vorne nach hinten und verschaffen sich nicht einen Zugang über das Inhaltsverzeichnis, sondern suchen mit Google oder einer Volltextsuche gezielt nach einer Lösung zu genau einem Problem.

„Jede Seite, die diese Anwender betreten ist die erste Seite“, bringt es Mark Baker auf den Punkt. Und diese Seite muss funktionieren!

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