Etwas mehr Selbstbewusstsein bitte

Wenn TD-Kollegen unser Metier als „notwendiges Übel“ darstellen oder den Zweck von Technischer Dokumentation auf die „Abwendung juristischer Ansprüche“ reduzieren, geht das m.E. völlig an der Sache vorbei und verkennt, was wir heute leisten und vielleicht noch mehr leisten können.

Gute TD ist die zentrale Festschreibung des aktuellen Entwicklungsstandes und das Zur-Verfügung-stellen der Informationen für alle Beteiligten in allen Produktlebensphasen. Gut gemacht erspart TD viele Stunden der Verwirrungen, Rückfragen, Fehler und sicher auch Unfälle. Gut gemacht führt die TD den Anwender durch die klassischen Use Cases, wie Inbetriebnahme oder Einarbeitung und liefert ihm Antworten auf aufkommende Fragen.

Wer jemals in einer Firma mit funktionierender TD gearbeitet hat, weiß wie viel entspannter die Arbeit ist, wenn verläßliche Information zentral verfügbar und das notwendige Knowhow für alle Anwender verständlich zugänglich ist. Dafür arbeiten wir, daran arbeiten wir, dafür sollten wir noch mehr tun.
Vor allem sollten wir unsere Bedeutung und die Anerkennung im Unternehmen und in der Gesellschaft weiter fördern. Wir leisten einen wichtigen Beitrag in der Wissensgesellschaft, in der wir uns befinden. Wir tragen dazu bei Technik verständlich und anwendbar zu machen.

Anleitungen sind gut, helfen den Anwendern, werden benutzt (auch wenn viele das Gegenteil behaupten)!
Tragen Sie bitte dazu bei. Das fängt mit der Eigenliebe an – nur wer sich selbst liebt, kann auch von anderen geliebt werden.
Deswegen: Bitte mehr Selbstbewusstsein!

Ein Gedanke zu „Etwas mehr Selbstbewusstsein bitte

  • 17.03.2017 um 15:37
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    „Wenn TD-Kollegen unser Metier als „notwendiges Übel“ darstellen…“

    Oha ich bin so einer! Ich sehe mich zumindest zum Teil wie ein Feuerwehrmann:
    Doku hat eine ähnliche Funktion wie das Löschen bei einem Brand. Zuviel schadet mehr, zu wenig „löscht“ den Informationsbedarf nicht. Und noch besser wäre: die Info ist gar nicht nötig, weil die Entwicklung das Produkt so designt hat, dass die Funktion ohne Nachschauen im Handbuch genutzt werden kann.
    Auch Feuerwehren sehen gerne, wenn Anwender in Brandschutz investieren …

    Ich bin ein selbstbewusster „Feuerwehrmann“, ich liebe meine Job, ich liebe aber gar nicht, dass soo viele nach Juristen Ausschau halten, die ihnen sagen sollen, wie man Doku macht.
    Ja, es gilt zusätzlich: Doku ist auch juristische Absicherung. Dies zu leugnen führt nur zu noch stärkeren juristischen Forderungen. Aber juristische Absicherung hat erst einmal nichts mit Usability zu tun.
    Zum anderen sollte Doku das sein, was Du im Beitrag beschrieben hast: Doku als sinnvolle/nötige Benutzerassistenz. Dennoch, die beste Doku ist die, die man nicht braucht, ich habe kein Problem damit: Kunden wollen keine Doku, sie wollen Antworten auf ihre Fragen (oder Fragen sollen erst gar nicht entstehen)!
    Die verschiedenen Sichten im Blick zu haben, ist die Kunst der Technischen Redaktion.

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